Sprache
CTL-LogoCTL Tattoo-Laboratorium
CTL® Bielefeld GmbH: CTL-Tattoo.net
Back
23. Dezember 2012

Nickelnachweis

Die Fakten aus ResAP(2008)1 bezüglich Schwermetalle:

1 - In der Resolution wird von Verunreinigungen gesprochen

2 - Der Grenzwert für Nickel ist "soweit technisch machbar"

3 - Die analytische Methode ist nicht definiert

Die Probleme, die hieraus resultieren:

1 - Verunreinigungen kann man als nicht bio-verfügbar oder als Gesamtgehalt definieren

2 - Ohne Grenzwert als Zahl ist diese Formulierung rechtlich schwer zu handhaben; sind es jetzt Null oder 100ppm?

3 - Die fehlende analytische Methode führt dazu, dass verschiedene Labors unterschiedliche Methoden anwenden und folglich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dies bedeutet nicht, dass sie richtig und rechtlich anerkannt sind. Es gibt weder eine richtige noch eine falsche Methode und besonders keine rechtlich anerkannte Methode für die Analytik von Tattoo oder Permanent- Make-Up Farben.

Aktuell verwenden einige Behörden die Methode "Totalaufschluss", diese Methode ist für die Analytik von Lebensmitteln gängig. Sie finden Nickel in einigen Fällen in Konzentrationen grösser als Null ppm. Einige Behörden und Untersuchungsämter haben de Thematik schon mit CTL diskutiert. Bisher ist noch keine Farbe wegen zu hoher Nickel-Werte beanstandet worden, da die aufgeführten Unsicherheiten viel Spielraum für eigene Interpretationen liefern. Einige Ämter gehen sehr behutsam hier vor - wir sind beeindruckt! Diese Vorgehensweise lässt hoffen!

Was ist das Hauptproblem auf dem Markt?

CTL hat bereits nach den reinsten Eisenoxiden auf dem Weltmarkt gesucht. Die höchste Reinheit eines Eisenoxids, welches käuflich erwerblich ist, enthält immer noch 60 ppm Nickel. Wenn man jetzt annimmt, dass die endgültige Farbe 30% Pigment enthält - dies ist sehr realistisch - dann wäre als Grenzwert laut ResAP(2008)1 20 ppm: dieser Wert entspricht der Formulierung "so wenig wie technisch machbar". Die Mehrzahl aller Eisenoxide , die für Kosmetika zugelassen sind, enthalten mehr als 150  ppm Nickel, sogar "synthetisches Eisenoxid" enthält hohe Mengen an Nickel.

Unabhängig davon, ob es sich um Verunreinigungen oder um den Gesamtgehalt an Nickel handelt, kann kein Hersteller weniger als 20 ppm erreichen. Dieser Wert gilt nur für anorganische Pigmente auf Basis von Eisenoxid. Für organische Pigmente sind Werte von 0 ppm durchaus erreichbar.

Was hat CTL gemacht?

Während der letzten Wochen haben wir sowohl Tattoo- als auch Permanent Make-Up Farben mittels Totalaufschluss analysiert. 

Szenario 1 - Der Grenzwert für Nickel mittels der Methode "Totalaufschluss" wird für alle Farben auf Null ppm gesetzt. Das Ergebnis:

Ca. 75% aller Farben aus dem Bereich Permanet Make-Up werden beanstandet, da die Mehrzahl auf der Basis von Eisenoxiden sind.

Ca. 20% aller Tattoo-Farben wären zu beanstanden.

Szenario 2 - Der Grenzwert für anorganisch basierte Farben (Basis Eisenoxid) und organische Pigmente wird auf 20 ppm gesetzt, Methode Totalaufschluss. Ergebnis:

Ca.. 20% aller Permanent Make-Up Farben müssten beanstandet werden.

Ca.  5 - 10% der Tattoo-Farben müssten beanstandet werden.

Zusammenfassung

Es ist sinnvoll und plausibel einen Grenzwert von 20 ppm für Nickel für anorganische Farben einzuführen. Dies wäre auch in Übereinstimmung mit der ResAP(2008)1, da es dem dort angegebenen Grenzwert "technisch machbar" darstellt. Hersteller von Farben wären gezwungen, nur Eisenoxide von höchster Reinheit zu verwenden. Die bei Untersuchungsämtern weit verbreitete Methode "Totalaufschluss" aus der Lebensmittel- und Wasseranalytik könnte weiterhin verwendet werden. Es muss keine neue Methode bei den Ämtern validiert werden, eine wohl vertraute Methode käme zum Einsatz.

Ein Grenzwert von Null ppm könnte für organische Pigmente verwendet werden. Dies wäre auch in Übereinstimmung mit der ResAP(2008)1. Auch hier könnte weiterhin die Methode Totalaufschluss verwendet werden. Wir wollen an dieser Stelle nicht diskutieren, warum einige organische Tattoo-Farben höhere Mengen an Nickel enthalten.

Es erscheint zwingend erforderlich, zwischen organischen und anorganischen Pigmenten zu unterscheiden. Die Art der Bindung des Nickels ist in beiden Pigmenten völlig verschieden! Oxide sind kristalline Substanzen, Eisen ist in der Natur immer mit Nickel vergesellschaftet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es je nach Ausgangsprodukt unterschiedliche Grenzwerte gibt und in der Praxis nicht schwer zu handhaben.

23. Dezember 2012. © CTL® Bielefeld GmbH

Wir helfen, beraten und prüfen. Testen Sie uns!

RSS

Kontakt - Bielefeld

CTL® Bielefeld
Chemisch-Technologisches Laboratorium
Krackser Str. 12
33659 Bielefeld
Deutschland

Tel. +49 521 400 82 89 0
Fax. +49 521 400 82 89 29
E-Mail info@ctl-bielefeld.de