Sprache
CTL-LogoCTL Tattoo-Laboratorium
CTL® Bielefeld GmbH: CTL-Tattoo.net
Back
3. April 2013

Italien - Schwermetalle, Tattoo- und Permanent Make-Up sind hier keine Kosmetika

Wir haben von den Italienischen Behörden erfahren, dass man in Italien Schwermetalle mittels Totalaufschluss (also Gesamtgehalt) bestimmen und die Grenzwerte der ResAP(2008)1 verwenden wird.

Diese Werte sind wie folgt:

Element - maximum ppm 

Arsen (As)  - 2 ppm

Barium (Ba) - 50 ppm

Cadmium (Cd) - 0.2 ppm

Cobalt (Co) - 25 ppm

Chrom (Cr) (VI)6 - 0.2 ppm

Kupfer (Cu) (löslich) - 25 ppm

Quecksilber (Hg) - 0.2 ppm

Nickel (Ni) - As low as technically achievable

Blei (Pb) - 2 ppm

Selen (Se) - 2 ppm

Antimon (Sb) - 2 ppm

Zinn (Sn)  - 50 ppm

Zink (Zn) - 50 ppm

Dies hat negative Folgen:

1. Bariumsulfat ist in Italien verboten. Sie dürfen dies beim Arzt zum Röntgen schlucken aber nicht in eine Tattoo-Farbe verwenden.

2. Eisenoxide sind nicht mehr zu verwenden, da man die Grenzwerte nicht erreichen kann.

3. Bei der Herstellung dürfen Sie keine Metallgefäße verwenden, da kann etwas abreiben.

4. Kupferphthalocyanine sollten vermieden werden.

5. Das zur Herstellung verwendete Wasser muss mehrfach destilliert sein, entionisiert reicht nicht mehr.

6. Titandioxid ist nicht mehr zu verwenden, da es Bariumsulfat als Verunreinigung enthält.

7. Zink-Gefäße sollten vermieden werden. Sie erreichen sehr schnell höhere Werte als 50 ppm bei Verwendung verzinkter Behälter.

8. Falls noch Bleirohre in der Herstellung verwendet werden, wird  man die Grenzwerte überschreiten.

9. Falls Kupferrohre in der Herstellung sind, sollten diese gegen Kunststoffrohre ausgetauscht werden. Dann hat man vielleicht Weichmacher in der Farbe aber kein Kupfer.

10. Die in der Onkologie verwendeten Eisenhaltige Pigmente sind in Italien nicht mehr erlaubt, obwohl schon jahrelang erprobt. Wer als Frau durch Krebs seine Brust verloren hat, kann ( in Italien ) nicht mehr über eine Tätowierung die Brustwarze nachbilden lassen - ein grosser Verlust für die Nachsorge in der Onkologie.

Obwohl in naher Zukunft alle Tattoo- und Permanent Make-Up Produkte als Kosmetika in der EU registriert werden müssen, ist dies für Italien nicht erforderlich, da in Italien diese Produkte nicht als Kosmetika gelten. Man hat in Rom entschieden, es handelt sich um eine eigene Produktklasse. Somit gelten die Anforderungen der EU Kosmetikverordnung nicht für Tattoo- oder Permanent Make-Up. Es gilt scheinbar nur die ResAP(2008)1. 

Wir haben umfangreiche Untersuchungen zu Schwermetallen mittels Totalaufschluss in allen Farben durchgeführt. Im Bereich der Schwermetalle sind die Grenzwerte lt. ResAP(2008)1 bei Verwendung von Totalaufschluss nicht zu erreichen. Die vielen Bemühungen der letzten Jahre werden in Italien somit zunichte gemacht. 

Vielleicht sollte man seine Produkte mit der Aufschrift "nicht für den italienischen Markt bestimmt" etikettieren. Es ist unausweichlich, dass in Italien die Anzahl der nicht zu kontrollierenden, sehr gefährlichen Importe aus Fernost zunehmen wird. Das ist nicht im Sinne der Endverbraucher. Für ihn wird es immer gefährlicher, das Risiko bei einer Tätowierung und bei Permanet Make-Up steigt. Im Bereich der Onkologie muss man auf andere Länder als Italien ausweichen. 

Natürlich könnte man alle Produkte um eine Zehnerpotenz verdünnen, dann würde man die Grenzwerte bei den Schwermetallen erreichen. In der Praxis bedeutet dies, die Lippen nicht einmal stechen lassen sondern zehnmal. Ist das zumutbar? Eine Tätowierung ist erst nach zehnmaligem "stechen" wirklich fertig. Sinnvoll? Praktikabel?

Insgesamt ist dies eine sehr negative Entwicklung. Die ResAP(2008)1 ist aus unserer Sicht sicherlich nicht so zu interpretieren wie es die italienischen Behörden tun. Aber es gibt leider keine eindeutige Regelung zur Untersuchungsmethode bei den Schwermetallen, so dass jede Behörde nach Gutdünken eine beliebige Methode anwenden kann. Da ist es naheliegend, dass man die aus der Lebensmittelüberwachung bekannte und beherrschte Methode "Totalaufschluss" verwendet. Kurzfristig ist auch nicht mit einer Änderung zu rechnen.

Insgesamt eine sehr bedauerliche Entwicklung insbesondere für die Endverbraucher.

3. April 2013. © CTL® Bielefeld GmbH

Wir helfen, beraten und prüfen. Testen Sie uns!

RSS

Kontakt - Bielefeld

CTL® Bielefeld
Chemisch-Technologisches Laboratorium
Krackser Str. 12
33659 Bielefeld
Deutschland

Tel. +49 521 400 82 89 0
Fax. +49 521 400 82 89 29
E-Mail info@ctl-bielefeld.de